Orestis

Orestis

"A good story makes you think about yourself."

 

Orestis, der Schriftsteller (the writer)

 

Orestis Mesochoritis kommt aus Griechenland. Er lebt seit Januar 2013 in Berlin. Wir trafen uns Anfang November des selben Jahres. Die goldenen Oktobertage waren gerade vorbei, doch konnte man mit einer warmen Jacke noch draußen sitzen. Orestis bevorzugt die frische Luft und heiße Röstgetränke mit Milchschaum.

 

Wenn er arbeitet sieht es aus, als würde er ständig SMS tippen, doch in seinem altmodischen Handy hat er seine Notizen gespeichert. Die macht er häufig wenn er umherläuft. Das alte Tastensystem erlaubt es ihm, mit einer Hand zu tippen ohne hinzuschauen.

 

Die Krise in Griechenland beschäftigt ihn durchaus. Er sagt, man merke den Menschen ihr Wut und Verzweiflung an. Die Wut entlädt sich in banalen Alltagssituationen, wie dem Streit um einen Sitzplatz im Bus. Es gäbe einen linken und einen rechten politischen Flügel, die sich zusehends feindlich gegenüber stünden. Es habe auf beiden Seiten einzelne Morde gegeben. Mit besorgter Miene erinnert er an den griechischen Bürgerkrieg in den 40´er Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Doch heute hätte ein Großteil der Bevölkerung einfach keine Lust sich zu streiten, zertreut er seine eigenen Sorgen.

 

Zum Teil liegt die pazifistische Haltung der Mehrheit der Griechen an ihrer mediterranen Gelassenheit, zum Teil aber auch an einer gewissen Niedergeschlagenheit. Die Selbstmordrate sei zur Zeit sehr hoch. In Zeiten in denen die Aussichten so düster sind, braucht es Schriftsteller und Philosophen, Künstler und Kulturschaffende. Denn, so sagt Orestis, in seinen Geschichten kommt es immer wieder zu unerwarteten

Wendungen.

 

Orestis Mesochoritis is from Greece. He lives in Berlin since January 2013. We met in november of the same year. The golden days of october were just gone, but one could still sit outside with a warm jacket. Orestis prefers the fresh air and a hot roasted drink with milk froth.

 

Wenn he works it looks like if he was constantly typing text messages, but in his old-fashioned mobile he has his notes saved. He does it while walking around. The old style keypad alows him to type with one hand without watching.

 

The crisis in Greece concerns him. He says one can feel the anger and despair of the people. The anger unloads in banal situations of everyday life, such as the fight for a seat in the bus. There would be a left und a right wing of political parties with growing hostility. On both sides there have been individual murders. Concern-faced he recalls the greek civil war in the 40´s after world war 2. But nowadays the majority of the population simply wouldn´t have the lust to fight he says diffusing his own concerns.

 

Partly the pacifistic attitude of the majority of the greek derives from their mediterranean equanimity, yet partly from a certain melancholy. The suicide rate is very high. In times when outlooks are as dark there´s a need for writers, philosophers, artists and people engaged in the cultural sector. Because, Orestis says, in his stories it comes to unexpected twists at times and again.

 

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